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Ralph Fleck – neue Arbeiten
Date of vernissage:Wednesday, March 15, 2017
18:30
Starting date of exhibition:Wednesday, March 15, 2017
Closing date of exhibition:Saturday, April 29, 2017
Adress/venue of exhibition:Nähe Dom, WDR, Wallrafplatz und Museum für Angewandte Kunst
The following Artists are participating:

Ralph Fleck

Nach seiner ersten musealen Retrospektive im Museum Küppersmühle Duisburg im Frühjahr 2015 zeigt die Galerie Boisserée zum zweiten Mal in einer umfangreichen Einzelausstellung Arbeiten des 1951 in Freiburg/Breisgau geborenen Künstlers Ralph Fleck. Im Jahr 2014 holte Boisserée nach einer langen Pause – Ralph Fleck wurde zuletzt in Köln von Bogislav von Wentzel (1988 und 1990) und Jeane von Oppenheim (1992) ausgestellt – wieder eine Ausstellung des Künstlers in die rheinische Metropole.

Ralph Fleck nimmt in der gegenständlichen Malerei in Deutschland eine singuläre Position ein. Auch im Ausland, wie in London, Amsterdam oder Seoul, stoßen seine pastosen Leinwände auf Interesse. Werke des inzwischen 65jährigen Künstlers befinden sich u.a. in der Bayerischen Staatsgemäldesammlung München, im Kunsthaus Zürich, im Museum Schloss Moyland, im Sprengel-Museum Hannover, im Lehmbruck Museum Duisburg und neuerdings auch in der Strauss Family Foundation USA.

Mittelpunkt der auf zwei Ebenen ausgerichteten Ausstellung ist eine in diesem Jahr entstandene, 250 cm breite Leinwand mit dem Titel \"Stadion 7/I\", die eine bunte Menschenmenge darstellt. Eine stark horizontal ausgerichtete großformatige Leinwand (80 x 400 cm) ist die ebenfalls in 2017 entstandene Landschaft mit dem Titel \"Alpenstück 23/I\". Neben einer Vogelschau auf einen Marktplatz (\"Rastro 3/II\", 2017) und einem früheren Fassadenbild (\"Montparnasse 27/II\", 2011) gibt es weitere Landschaften: neben drei \"Alpenstücken\" eine reizvolle Gruppe kleinformatiger \"Seestücke\" aus diesem Jahr.

Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf den sogenannten \"Städtebildern\" des Künstlers. Fleck nutzt hier gerne die Vogelperspektive, deren graphisch anmutende Komposition durch das den Bildausschnitt bestimmende Netzwerk von Straßen von besonderem Reiz ist. Fleck gelingt es, den von ihm gewählten, oft zoomartigen Bildausschnitt gegenständlicher Thematik mit Pinsel und Farbe so auf die Leinwand zu bändigen, dass dabei eine Symbiose von Gegenständlichkeit und Abstraktion entsteht. Seine spezielle Malweise mit einem starken, pastosen Farbauftrag der Ölfarben besitzt eine magisch anziehende Ausstrahlung. Der Betrachter erlebt aus der Nähe ein abstrakt wirkendes Konglomerat sich aufbäumender Farbaufträge und erst beim Einnehmen eines größeren Abstandes von der Leinwand erschließt sich ihm die Gegenständlichkeit des zu Grunde liegenden Motivs.

Zu den wichtigsten Arbeiten der Ausstellung zählt eine 250 x 250 cm große Leinwand mit dem Titel \"Stadtbild 27/VIII (Roma)\" aus dem Jahr 2014, die auch 2015 im Museum Küppersmühle ausgestellt war. Zudem sind kleinere Formate diverser Städtebilder aus den letzten acht Jahren in der Ausstellung vertreten.
Einen besonderen Stellenwert nehmen einige Stillleben (Austern und Käsestücke) ein. Hier arbeitet Ralph Fleck die mit allen Sinnen wahrgenommene Materialität und Farbigkeit von ganz gewöhnlichen Dingen des Alltags heraus. Gerade die unregelmäßige, haptisch reizvolle Oberfläche einer geschlossenen Austernschale oder eines stehengelassenen Käsestücks in der Vielfarbigkeit des Themas steigert Fleck in seiner unverwechselbaren und singulären Maltechnik und führt das Motiv so dem Betrachter in einem neuen Gewand vor Augen – der mit unverdünnter Ölfarbe gemalten Leinwand.