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Ute Müller
Künstler: Ute Müller

Ambivalenz als Haltung und Impetus bei der Suche nach Form und Anti-Form spielt für Ute Müller eine entscheidende Rolle: seien es Abgüsse von Negativ-Formen näherungsweise erkennbarer Objekte oder Arrangements gefundener, leicht veränderter und dadurch anders aufgeladener Dinge. Die Künstlerin macht den Entstehungsprozess nachvollziehbar, variiert Material und kombiniert Referenzen, ohne das Spezifische im Ringen um Gestalt, Idee und Präsentation vermissen zu lassen. Die Kategorien von Raum und Zeit sind für die Künstlerin zentral.
In ihren Malereien sucht die Künstlerin Wege und Mittel, sich zwischen Abstraktion und Figuration zu bewegen, ohne letztlich eine konkrete Lesart offenzulegen. Andeutungen, Verwischungen und Übermalungen stehen neben klar umrissenen Formen und deutlich hervortretenden Bildzeichen. Die Künstlerin variiert ihr malerisches Vokabular, lässt zuvor Entstandenes sich aber auch wiederholen oder – einer subtilen Manipulation unterzogen – verändert wieder auftauchen. Mit zurückgenommener Farbigkeit aus Grau- und Blautönen macht sie den zeitlichen Prozess, der ihren Arbeiten zugrundliegt, deutlich. Im Aufeinander dünner Farbschichten baut sich so Räumlichkeit auf. Die einzelnen Farbschichten unterscheiden sich in ihrer Intensität; sie überlagern sich und evozieren räumliche Tiefe. Geisterhaft tauchen aus dem Untergrund zuweilen malerische Markierungen auf.
Ute Müller kombiniert Malereien, Plastiken und installative Einbauten zu komplexen Handlungsräumen. Für den durch seine Pfeiler strukturierten Raum C im Künstlerhaus hat die Künstlerin ein Environment entworfen, in dem sowohl die Gemälde mit den Plastiken in Beziehung stehen als auch die gekrümmten, im Raum platzierten Wände mit den gezeigten Exponaten in Verbindung treten. Malerei und Bildhauerei kommen zusammen und setzen sich zueinander in Beziehung. Formen bleiben im Gedächtnis haften und werden zu Erinnerungsbildern, die an anderer Stelle als Bildzeichen wieder auftauchen. Der Reiz, die von Müller verwendete Formsprache zu dechiffrieren, legt offen, dass ihre Arbeiten eine sprachliche Dimension besitzen, die den Betrachter bzw. die Betrachterin in Bewegung versetzen kann. So findet eine Aktivierung statt, die einer kontemplativen Rezeption entgegentritt. Ute Müllers Ausstellung wird zum Ort von möglichen Handlungen.

Beginn der Ausstellung:Samstag, den 09.12.17
Ende der Ausstellung:Donnerstag, den 25.01.18
Ort der Ausstellung:Künstlerhaus, Halle für Kunst und Medien KM
Burgring 2
8010 Graz