deutsch
within limits and spheres
Date of vernissage:Friday, October 18, 2019
19:00
Starting date of exhibition:Saturday, October 19, 2019
Closing date of exhibition:Friday, October 25, 2019
Adress/venue of exhibition:www.nachtspeicher23.hamburg
info@nachtspeicher23.hamburg
The following Artists are participating:

Helge Emmaneel, Simone Fezer, Bianca Müllner, Hanna Woll

Organisch gewachsen tritt die Ausstellung dieser Künstler in Erscheinung und verhandelt Themen der Nachhaltigkeit, der Wahrnehmung und des Konstruiertseins.

Simone Fezer baut aus Fundstücken, recycelten Geschichten, Bildern und anderen Materialien sogenannte »Verhausungen«. Aus offenen Stahlstrukturen, Glasflächen und transparentem Gewebe entstehen fragile Gebilde, die an menschliche Organe und unsere biologischen Wurzeln erinnern, gleichzeitig in ihrer Materialität aber ebenso auf die architektonischen Strukturen unseres Alltags verweisen. Die Fragilität aber auch die Ambivalenz von Zerbrechlichkeit und Widerstandsfähigkeit der menschlichen Existenz sowie die inneren Beweggründe, die unsere Entscheidungen prägen sind Themen, die Fezer interessieren.

Ebenso fragil und natürlich gewachsen wirken die Plastiken von Hanna Woll. Ihre Figuren erinnern an bizarre Fetische, die ihr Erscheinungsbild über einen langen Gebrauch entwickelt haben. Jedoch ist das genaue Gegenteil der Fall.
In der Installation "without size" setzt sich Hanna Woll selbst in ihre Arbeit hinein. Gescannt und mittels 3D-Drucker in PLA auf eine Größe von 10cm geschrumpft, sitzt sie, selbst eine Skulptur über den Kopf gestülpt, inmitten ihrer sonst lebensgroßen Skulpturen, mit denen sie ebenso verfuhr. Ihrer ursprünglichen Größe, Materialität und Zusammenhänge beraubt, bleibt ihnen die bare Form. Die PLA-Skulpturen werden in der Installation von hängenden Glasobjekten, den "Momenteinheiten", kontrastiert. Diese lenken die Aufmerksamkeit der Betrachterinnen mittels ihrer starken Materialpräsenz auf den Augenblick. Im Gegensatz zu ihren PLA Nachbarn sind sie bei über 1000 Grad in konzentrierten Momenten in traditioneller Technik vor dem Ofen entstanden.

Die Arbeiten von Helge Emmaneel & Bianca Müllner knüpfen an die Thematik des Dazwischen-Seins an.
Zwei Stoffe, die sich entlang ihrer Außenflächen berühren, sich aber nicht vermischen, bilden Phasengrenzen. Unterschiedliche Stofflichkeiten schmiegen sich aneinander. Phasengrenzen finden sich in den Diskontinuitäten der Erde oder den Grenzflächen des menschlichen Körpers. Wolken bilden die Haut der Erde. Haut eine äußere und innere Oberfläche des Menschen. Damit arbeiten die beiden Künstler*innen Helge Emmaneel und Bianca Müllner. Ein Untersuchen äußerer und innerer Oberflächen, ein Herantasten an einen vermeintlich kompakten Körper, eine Annäherung an durchlässige Vorgänge, Streifzüge entlang innenliegender Oberflächen. Die Gesamtheit der Phasen, die einen Körper von außen beschreiben, ist unscharf in ihrer Begrenzung und vom verwendeten Sinn des Betrachters abhängig.
Die Körperoberfläche - the body surface area - und die Idee von einer Austauschbarkeit des Körpers verbinden sich in der Welt des Internets. Screenshots zeigen den Irrglauben dieser Form von Unsterblichkeit. Unsere Vergänglichkeit konserviert sich in der Malerei von Bianca Müllner. Sie reibt sich an der Absurdität, dass wir unserem Verfall zuwiderlaufen.
Die Luft die wir atmen, die Welt, die uns nährt, braucht die Wolken. Ein Wolkenschloss ist das Hervorbringen des kreativen Geists. In der Summe unsere Kultur. Der Blick in den Himmel ist die Reflexion unserer flüchtigen Existenz. Das zeigt Helge Emmaneel in der Addition von Malerei, Zeichnung und Photographie.