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Tom Hammick "The Dark Woods of England - Explorations of Love and Loss" and other prints
Date of vernissage:Wednesday, November 6, 2019
18:30
Starting date of exhibition:Wednesday, November 6, 2019
Closing date of exhibition:Saturday, January 11, 2020
Adress/venue of exhibition:
The following Artists are participating:

Tom Hammick

Die Galerie Boisserée zeigt im Studio erstmals eine Einzelausstellung mit Werken des britischen Künstlers Tom
Hammick.
Hammick begann zu Beginn der neunziger Jahre, sich der Landschaftsmalerei zu widmen. Eine Zeit, in welcher die Malerei innerhalb der Kunstkritik kaum Beachtung fand. Sein inhaltlicher Verzicht auf Ironie, Zynismus und Pessimismus sowie die stringente Verfolgung seiner motivischen Ziele verhalfen ihm alsbald, eine Sonderposition innerhalb der britischen Kunst zu definieren. Dazu trug auch seine Fokussierung auf die druckgraphische Arbeit bei. Graphik und Malerei sind in Hammicks Œuvre sich gegenseitig inspirierende Gegenpositionen. Die Bildsprache ist determiniert vom Geist der Romantik und von der Malerei Caspar David Friedrichs. Sein Werk vereint Einflüsse des japanischen Holzschnitts und des experimentellen Kinos sowie aus den Werken von Edvard Munch, Henri Matisse und Peter Doig.

Hammick vermag es, psychologische Kräfte in seine Bilder zu integrieren. Der Betrachter wird aufgesogen von tiefem Raum und flacher Endlosigkeit. Die Personen stehen oftmals isoliert. Die immer wiederkehrenden Rückenfiguren führen den Betrachter zunächst in die Bildtiefe, lassen ihn aber ratlos zurück. Er vermag nicht zu ergründen, wohin sie gehen oder was sie sehen. Mit dunklen, satten Farben in Kombination mit mannigfaltigen Mustern entstehen traumähnliche Szenerien. Dystopische Bilder eines gegenwärtigen und zukünftigen Weltbildes. Anklänge an Realitäten wie Flucht, weitreichende politische Veränderungen unserer Tage und die Unvereinbarkeit menschlichen Handelns mit der Natur werden offensichtlich. Diesen starken Positionen stellt Hammick seine persönliche Dankbarkeit für das irdische Dasein und für familiäre Bande gegenüber.

Der 1963 in Tidworth, England geborene Tom Hammick absolvierte ein Studium der Kunstgeschichte an der University of Manchester (1982-1985). Im Anschluss erwarb er Bachelor- und Masterabschlüsse in Malerei und Druckgraphik am Camberwell College of Fine Art (1987-1992). Seine Arbeiten gehören heute unter anderem zu den Sammlungen des British Museum in London, des Victoria and Albert Museum in London, der Bibliothèque National de France in Paris und zur Kunstsammlung der Deutschen Bank in Frankfurt am Main. Hammick ist Dozent für Malerei und Druckgraphik an der University of Brighton. Jüngst erhielt er ein Stipendium für einen Artist-in-Residence-Aufenthalt an der Josef and Anni Albers Foundation in Bethany, USA, welchen er im Jahr 2020 antreten wird.

In der Ausstellung wird Hammicks meisterhafter Umgang mit der graphischen Technik des Holzschnitts, insbesondere der Reduktionsmethode, deutlich. Dabei wird nur ein Druckstock genutzt, der solange weiterbearbeitet wird, bis das gesamte Motiv gedruckt ist. Die schweren Farbschichten und die haptischen Strukturen erweisen sich als optimale Träger für Hammicks vielfältige und teils ambivalente Bildinhalte. Sein romantisch inspirierter Versuch, das Verhältnis des Menschen zur Größe der Welt und dessen Position darin zu visualisieren und gleichermaßen aktuelle gesellschaftliche wie weltpolitische Begebenheiten zu thematisieren, offenbart sich in den ausgestellten Werken.