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TRIPLE CONJUNCTION
Künstler: Roland Doil, Florian Huber, René Scheer

Urbanes Leben ist schnelllebig, kurzweilig und oft von einer Flut von Eindrücken geprägt. Die Gruppenausstellung der Künstler Roland Doil, René Scheer und Florian Huber zeigt verschiedene Ansätze, gesehene urbane Momente einzufangen und zu verarbeiten. In allen Positionen spielt allerdings das Vergangene und nicht mehr Sichtbare, das den Kompositionen zugrunde liegt, eine große Rolle.
Die Malereien mit schrillen Farben und überladenen Bildkompositionen von Roland Doil zeigen schnappschussartige, aus dem Kontext enthobene Momentaufnahmen von Beobachtungen der Welt, in der Doil lebt und sich bewegt.
Urbane Ästhetik und digitales Social life verbinden sich in den Arbeiten von René Scheer. In der Serie „Selfie Stencils Networking 2018/2019“ überträgt Scheer Selfies ins Analoge, indem er Schablonenbilder anfertigt. Dabei nutzt er alte Handys als Untergrund für seine neuen gesprühten Bildnisse und wandelt das Digitale (Selfie) so direkt ins Reale (Stencil) um. Im nächsten, partizipatorischen Schritt werden die Betrachter*innen aufgefordert, die Arbeiten zu fotografieren, im Netz zu posten und dadurch wieder ins Digitale zu übertragen. Über diesen Prozess werden Betrachter*innen für Selbstinszenierung und Online-Präsenz sensibilisiert und außerdem zu einer direkten Kommunikation vor Ort angeregt.
Die „Kehrseite“ des bunten, schnelllebigen Stadtlebens thematisiert Florian Huber in seinen Objekten. Insbesondere interessiert Huber sich für die die Überreste, die die gegenwärtige Party- und Event-Kultur heutzutage produziert. In Epoxidharz für die Ewigkeit konservierte Zeugnisse von kurzweiligen Hochmomenten, wie z.B. Konfetti, Kronkorken oder abgebrannte Wunderkerzen, führen nicht nur die rasante Vergänglichkeit von Momenten vor, auf die sich vielleicht lange vorbereitet wurde, sondern evozieren ebenso einen nostalgischen Nachhall des unbeschwerten Augenblicks. Die Objekte hinterlassen jedoch ebenso einen schalen Nachgeschmack beim Betrachten, führen sie doch auch die triste Realität der Müllberge des nächsten Tages vor Augen.

Vernissage:Freitag, den 15.02.19
19:00
Beginn der Ausstellung:Samstag, den 16.02.19
Ende der Ausstellung:Freitag, den 22.02.19
Ort der Ausstellung:nachtspeicher23 e.V.
Lindenstraße 23
20099 Hamburg

www.nachtspeicher23.hamburg
info@nachtspeicher23.hamburg
Öffnungszeiten: Samstag, 16.02.19 15-18 Uhr / Mittwoch, 20.02.19 18-21 Uhr sowie Freitag, 22.02.19 18-21 Uhr